Buchzitat von Antonia Michaelis aus Der Märchenerzähler

"'Manchmal kann ich nicht mehr unterscheiden', flüsterte Anna, 'zwischen Schönheit und Trostlosigkeit. Ist das nicht merkwürdig? Manchmal weiß ich gar nicht, ob ich glücklich bin oder traurig. Wenn ich an dich denke, ist das so.'"

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Calla Caprice Ist das nicht merkwürdig? Es geht uns hin und wieder, manchmal in Foto – Momentaufnahmen allen so. Die eigentliche Fröhlichkeit hängt am Strick von der Decke. Die Qual blickt seltsam hölzern drein und beobachtet mein verzweifeltes Treiben, ihr ein Ende zu setzen. Ich kann nicht mehr wirklich unterscheiden, ob es das schmale Seil um meinen Hals, oder die schlaffe Hand in meiner ist, die mich auf der Erde hält. Öfters als ich dachte, lösen Antonia Michaelis Bücher diesen Schwebezustand zwischen Glück und Trauer bei mir aus. Ihre Geschichten nehmen mich gefangen, transportieren mich in Handschellen ab und ob ich will oder nicht, sie werden mich solange hier festhalten, bis ich das letzte Wort gelesen, die finale Seite umgeblättert und das Buch zugeschlagen habe. Danach heißt es, Warten, auf eine Märchenerzählerin, die die Emotionslosigkeit aus meinen Knochen tilgt und meinen Kopf in der Waschmaschine auf Schleudergang fahren lässt. Wir brauchen heutzutage zwei Geschichten, um mit dem Erzählen zu beginnen. In der Ersten sterben wir und in der Zweiten denken wir an Gestern, dem Tag nach dem Tod, an dem Heute noch Morgen war.22. Dezember 2014 um 15:20